Bayerns schönste Eisenbahnstrecke.
Die bayerwaldbahn Gotteszell — Teisnach — Viechtach. 

© bayerwaldbahn.de

Muss die Bahn Schüler transportieren?

Ja, laut bayerischem ÖPNV Gesetz haben Schüler immer dann eine Bahnverbindung zu nutzen, wenn eine vorhanden oder geschaffen wird. Der Bus ist das Verkehrsmittel zweiter Wahl. Warum? Weil es aus Gründen der Sicherheit notwendig ist, dass Busse nur noch langsam fahren, wenn nicht alle Schüler einen Sitzplatz ergattert haben. Wie paradiesisch ist es dagegen im Zug? Warum werden eigentlich nicht die Schüler gefragt, wie sie lieber in die Schule kommen wollen? Und warum lassen Eltern eine neue Generation von verwöhnten Sprösslingen heranwachsen, die nicht mehr wie sie einst selber zu Fuss oder mit dem Fahrrad täglich lange Wege zurücklegen mussten?

Was verlangt das Gesetz genau?

Nachfolgend ein paar Auszüge aus dem bayerischen ÖPNV Gesetz, das seltsamerweise niemand kennen will:

“Der Eisenbahn- und sonstige Schienenverkehr soll als Grundangebot des öffentlichen Personennahverkehrs ausgestaltet und das übrige Angebot darauf ausgerichtet werden. In den verkehrsfern gelegenen Räumen des Staatsgebiets soll der Eisenbahnverkehr den Anschluß an die verkehrlichen Hauptachsen ermöglichen. (...) Der Schienenpersonennahverkehr ist so zu planen, daß auf der Basis eines grundsätzlich am Bedarf orientierten Integralen Taktfahrplans landesweit vergleichbare Bedienungsstandards, insbesondere ein vergleichbares Fahrplanangebot unter besonderer Berücksichtigung der verschiedenen verkehrlichen Bedürfnisse in den Verdichtungsräumen und im ländlichen Raum erreicht werden.”

Wo sonst fahren Schüler mit der Bahn?

Überall, wo Reisezüge auf Schienen unterwegs sind. Zum Beispiel auf der WALDBAHN nach Regen und Zwiesel. Zu den Schulen in Deggendorf. Aber auch von Lam nach Bad Kötzting. Seit vielen Jahren ist das so und die Schülerzüge hier sind immer bis zum letzten der drei Wagen gefüllt. Wohnen denn alle Schüler direkt am Bahngleis? Sicher nicht. Doch kaum jemand käme auf die Idee, die Abschaffung des Schülerzuges zu fordern. Er ist sicher, schnell und bietet ausreichend Platz. Dass Schüler vom Bahnhof noch ein Stück nach Hause gehen, war schon immer selbstverständlich für die Menschen im Bayerischen Wald. Nur für die Bahnlinie Gotteszell - Viechtach soll das nicht gelten, wenn es nach den Wünschen eifriger Leserbriefschreiber geht. Übrigens, die Regentalbahn befördert Schüler seit 125 Jahren, sogar Sonderfahrten zu ganz besonderen Anlässen, wie zur Firmung!

© ostbayernbahn.de

Alltag im Jahre 2014:  Schüler auf dem Heimweg an der Haltestelle Hohenwarth zwischen Lam und Bad Kötzting