Bayerns schönste Eisenbahnstrecke.
Die bayerwaldbahn Gotteszell — Teisnach — Viechtach. 

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Warum wurde die Bahn 1889 gebaut?

Schon 1877 fuhr die Bahn im Bayerischen Wald. Das Erstaunen war groß. Nun ließen sich Menschen und Güter von Regen, Zwiesel und Eisenstein unglaublich schnell in große Städte Deutschlands befördern. Neue Zweige entstanden und überall verlangten Initiativen nach dem Bau. 1881 eröffnete der aus Hechingen stammende Gustav Werner sein Werk einer Papierfabrik in Teisnach. Für den Versand seiner Produkte benötigte er die Bahn. Wichtigster Fürsprecher wurde Böbrachs Pfarrer und Abgeordneter Hennemann. Katholische Kirche und Unternehmer als treibende Kräfte erkannten die Chancen für neuen Wohlstand. Der bayerische Staat hatte aber kein Geld, alle Wünsche zum Bau neuer Strecken zu erfüllen. Es blieb nur die Eigeninitiative.

Im Jahre 1887 erklärte Bayerns Verkehrsminister: "Wenn Euch die Bahn so wichtig ist, dann baut sie doch selber!". Genau das beschloss ein Eisenbahnkomitee bei einer Versammlung im Teisnacher Brauhaus. Mit viel Selbstvertrauen und Optimismus schafften es Mitglieder, das nötige Geld einzusammeln. Eine Aktiengesellschaft namens "Lokalbahn Gotteszell – Viechtach A.G." wurde am 9. Mai 1889 gegründet, im Juli folgte der Eintrag ins Handelsregister. Besonders Viechtach und Teisnach verdanken ihr wirtschaftliches Aufblühen der Weitsicht dieser Männer. Heute, 125 Jahre später, fragen sich dagegen Viele, was aus dem Mut zur Eigeninitiative geworden ist? Noch immer nicht fährt die Bahn. Man bemüht sich seit Jahren vergeblich in München, Gelder zu erhalten. Unsere Vorfahren wären sicher schlauer gewesen und hätten aus dem Tourismus (z.B. durch GUTi) die freie Fahrt für Alle finanziert. Aber damals gabs auch noch keine Bürgermeisterinnen.