Bayerns schönste Eisenbahnstrecke.
Die bayerwaldbahn Gotteszell — Teisnach — Viechtach. 

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Wer bezahlt eigentlich ÖPNV in Bayern?

Der Steuerzahler, also wir alle! Praktisch jeder Bus und jeder Zug wird zu 2/3 von uns und zu 1/3 vom Fahrgast bezahlt. Egal wie viele Menschen gerade mitfahren wollen. Die Zeiten, in denen Bahn- oder Busbetriebe ein unternehmerisches Risiko trugen, sind längst vorbei. Die anteiligen Steuern davon werden von jedem Steuerzahler kassiert. Also auch in Orten ohne viel ÖPNV, wie Teisnach. Wer die Bahn als Verkehrsmittel ablehnt, schenkt damit die eigenen Steuern anderen Regionen. Aktuell neue Projekte sind die Bahnstrecken Ulm - Weißenhorn und von Selb nach Asch. Fast immer zeigt sich, dass nach wenigen Jahren viel mehr in den Zügen sitzen, als gedacht. Dass man auf den teuren Zweitwagen verzichten kann.

Wer beauftragt heute Zug-/Busfahrten?

Der Freistaat zahlt den Bahn-Nahverkehr, der Landkreis den Busverkehr. Merken Sie was? Wer nur Busse haben will, obwohl es eine Bahnlinie gibt, erhält auch nur ein dürftiges Grundnetz. Also kein Bus zum Beispiel für Kollnburg oder Böbrach als Zubringerlinien zur Bahn. Schade! Trotzdem machen unsere örtlichen Busunternehmer kräftig Stimmung gegen die Bahn. So werden am Ende alle Beteiligten verlieren, auch heimische Busbetriebe! Es zeigt von großer Dummheit, sich allein auf die Straße und niedrige Benzinpreise zu verlassen. Besser ist die Alternative Bahn + Bus! Oder wer möchte mit 90 Jahren noch selbst zum Doktor nach Deggendorf im eigenen Auto fahren? Die eigenen Kinder wohl nicht mehr, wenn sie ihren Arbeitsplatz in München haben. Dafür hat man sie jahrelang mit der eigenen Familienkutsche bequem zur Schule chauffiert.

Was leisten die Auftragnehmer?

Bahn- und Busbetreiber, die den öffentlichen Auftrag erhalten haben, zahlen davon ihre Fahrzeuge, ihr Personal und Kraftstoffe. Eisenbahnen müssen zusätzlich hohe Gebühren für das Befahren von Gleisen und Halte an Bahnsteigen bezahlen. Busse brauchen das nicht, sie zahlen nicht einmal eine Maut. Die Fahrzeuge müssen sich über die Jahre abzahlen lassen. Darum benötigen Bahnbetreiber über längere Zeiträume von mindestens 10 Jahren verbindliche Aufträge. Nur so lassen sich langfristig auch Werkstätten bauen und über viele Jahre buchhalterisch abschreiben. Ein Betrieb von nur zwei Jahren funktioniert höchstens, wenn der Preis pro km hoch oder kaum Modernisierung der Gleise und Bahnhöfe erfolgt.

Wie wird der Probebetrieb finanziert?

Eigentlich ist das Aufgabe des Freistaats. Doch in den Ministerien wehrt man sich seit Jahren, neue Strecke zu reaktivieren. Warum? Weil unter Minister Zeil begonnen wurde, missbräuchlich Steuermittel umzuwidmen. Statt für den Betrieb von Zügen lieber als Investitionsreserve (!) für das Großprojekt 2. S-Bahn-Tunnel in München. Ein Skandal! Kein Landkreis sollte Probebetrieb mitfinanzieren dürfen. Dies ist Sache des Innenministers Herrmann. Nach Angaben der Grünen sind über 400 Millionen Euro da! Wann endlich wird der Missbrauch von Steuergeldern zu Lasten der Regionen außerhalb der großen Ballungsräume beendet? Zwischen Gotteszell und Viechtach werden sicher mehr Reisende verkehren, als auf anderen Bahnlinien, die heute schon Stundentakt haben. Besonderes Problem des Probebetriebs ist, dass dieselben Investitionen nötig sind, um 1.000 Fahrgäste nachzuweisen, wie beim einem 10-Jahres-Auftrag. Die Kosten auf zwei Jahre umzulegen führt zu extremen Kilometer-Gebühren. Besser wäre es, wenn die Politik einen abgespeckten Betrieb (z.B. ohne Schüler) für den Nachweis von z.B. 600 Fahrgäste ausgehandelt hätte.